Plattformen wie Cases.gg und JemLit bieten sogenannte Online-Mystery-Boxen an. Nutzer zahlen Geld oder verwenden Plattformguthaben, um eine virtuelle Box zu öffnen. Anschließend entscheidet ein Zufallsmechanismus, welchen Gegenstand sie erhalten.
Die möglichen Gegenstände können sehr unterschiedliche Werte haben. Teilweise besteht zudem die Möglichkeit, erhaltene Gegenstände gegen neues Plattformguthaben einzutauschen und dieses für weitere Boxen oder zusätzliche Spielformen zu verwenden.
Rechtliche Einordnung noch nicht abschließend geklärt
Nach deutschem Recht liegt Glücksspiel grundsätzlich dann vor, wenn für den Erwerb einer Gewinnchance ein Entgelt verlangt wird und der Gewinn ganz oder überwiegend vom Zufall abhängt.
Bei Online-Mystery-Boxen stellt sich daher die Frage, ob noch ein gewöhnlicher Warenkauf vorliegt oder ob die konkrete Ausgestaltung bereits als Glücksspiel einzuordnen ist.
Für Cases.gg liegt bereits eine Entscheidung der schwedischen Glücksspielaufsicht vor. Diese untersagte der Betreiberin im November 2025, das dort untersuchte Angebot ohne erforderliche Lizenz in Schweden bereitzustellen. Die Entscheidung beruht auf schwedischem Recht und ist für deutsche Gerichte nicht bindend. Sie zeigt jedoch, dass Mystery-Box-Angebote aufsichtsrechtlich kritisch geprüft werden.
Rückforderungsansprüche können in Betracht kommen
Sollte ein Angebot nach deutschem Recht als erlaubnispflichtiges Glücksspiel einzuordnen sein und die erforderlichen Voraussetzungen nicht vorgelegen haben, können Rückforderungsansprüche in Betracht kommen.
Ob ein Anspruch besteht, hängt vom konkreten Einzelfall ab. Relevant sind insbesondere die Höhe der Einzahlungen, der Nutzungszeitraum, erhaltene Gegenstände, Rücktauschvorgänge und vorhandene Zahlungsnachweise.
Wer über einen längeren Zeitraum größere Beträge bei Cases.gg oder JemLit ausgegeben hat, sollte mögliche Ansprüche rechtlich prüfen lassen.
