Unsere Kanzlei in der RTL-Reportage „Die Lottolüge - das illegale Milliardengeschäft“
Woran erkennen Verbraucher, ob sie an einer erlaubten Lotterie teilnehmen oder lediglich auf das Ergebnis einer Ziehung wetten? Für die RTL-Reportage „Die Lottolüge – das illegale Milliardengeschäft“ haben wir die rechtlichen Hintergründe illegaler Lotterieangebote eingeordnet.
Illegale Lotterieangebote: Woran Verbraucher Risiken erkennen können
Online-Lotterien wirken auf den ersten Blick häufig seriös: professionelle Internetauftritte, deutschsprachige Werbung, hohe Gewinnversprechen und vermeintliche behördliche Lizenzen. Für Verbraucherinnen und Verbraucher ist jedoch oftmals nur schwer erkennbar, ob sie tatsächlich an einer in Deutschland erlaubten Lotterie teilnehmen, ob ihr Spielauftrag an einen zugelassenen Lotterieveranstalter vermittelt wird oder ob sie lediglich auf den Ausgang einer Lotterie wetten.
Gerade diese Unterscheidung ist rechtlich und wirtschaftlich von erheblicher Bedeutung. Denn nicht jedes Angebot, das sich auf bekannte Lotterien wie „LOTTO 6aus49“ oder „EuroJackpot“ bezieht, vermittelt tatsächlich eine Teilnahme an der jeweiligen Lotterie. Teilweise handelt es sich lediglich um sogenannte Zweitlotterien oder Lotteriewetten. Bei diesen Angeboten erwerben die Kunden keinen originären Lotterieschein, sondern schließen eine Wette auf die gezogenen Gewinnzahlen ab.
Ausländische Lizenz bedeutet nicht automatisch Legalität in Deutschland
Ein häufiger Irrtum besteht darin, dass eine Lizenz aus einem anderen Staat automatisch zur Veranstaltung oder Vermittlung von Glücksspielen in Deutschland berechtigt. Das ist nicht der Fall.
Wer in Deutschland öffentliches Glücksspiel veranstalten oder vermitteln möchte, benötigt grundsätzlich eine Erlaubnis nach dem Glücksspielstaatsvertrag. Maßgeblich ist daher nicht allein, ob ein Anbieter irgendwo im Ausland über eine Lizenz verfügt. Entscheidend ist vielmehr, ob das konkrete Angebot auch gegenüber Spielerinnen und Spielern in Deutschland erlaubt ist.
Auch ein professioneller Internetauftritt, deutschsprachiger Kundendienst, Werbung in deutscher Sprache oder die Verwendung bekannter Lotteriemarken sind für sich genommen kein verlässlicher Nachweis der Legalität.
Woran Verbraucher problematische Angebote erkennen können
Verbraucherinnen und Verbraucher sollten insbesondere aufmerksam werden, wenn nicht eindeutig erklärt wird, wer der Veranstalter des Angebots ist und auf welcher rechtlichen Grundlage das Glücksspiel in Deutschland angeboten wird.
Weitere mögliche Warnsignale sind:
- Der Anbieter verweist ausschließlich auf eine ausländische Lizenz.
- Es bleibt unklar, ob tatsächlich ein Lotterieschein erworben oder lediglich auf ein Lotterieergebnis gewettet wird.
- In den Allgemeinen Geschäftsbedingungen finden sich Begriffe wie „Wette“, „Zweitlotterie“, „secondary lottery“ oder „bet on lottery results“.
- Der Anbieter ist nicht in der amtlichen Whitelist der erlaubten Glücksspielanbieter aufgeführt.
- Bekannte Logos oder Bezeichnungen staatlicher Lotterien werden verwendet, ohne dass eine offizielle Verbindung zu dem jeweiligen Lotterieveranstalter nachvollziehbar ist.
- Angaben zum Unternehmen, zum Sitz oder zur zuständigen Aufsichtsbehörde sind unvollständig oder schwer auffindbar.
- Gewinne sollen nicht durch den offiziellen Lotterieveranstalter, sondern allein durch das Online-Unternehmen oder eine verbundene Gesellschaft ausgezahlt werden.
Vor einer Teilnahme empfiehlt es sich daher, den Anbieter und die konkrete Erlaubnis sorgfältig zu überprüfen. Eine zentrale Informationsquelle ist die von der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder geführte amtliche Whitelist. Dort werden Glücksspielanbieter und -vermittler aufgeführt, die über eine Erlaubnis für den deutschen Markt verfügen.
Rechtliche und wirtschaftliche Risiken für Spieler
Die Teilnahme an nicht erlaubten Glücksspielangeboten kann für Verbraucher mit erheblichen Risiken verbunden sein.
Im Streitfall können sich insbesondere Schwierigkeiten bei der Durchsetzung vermeintlicher Gewinnansprüche ergeben. Anders als bei einer unmittelbaren Teilnahme an einer staatlich zugelassenen Lotterie besteht bei einer Lotteriewette regelmäßig kein Anspruch gegen den offiziellen Lotterieveranstalter. Der Kunde ist vielmehr darauf angewiesen, dass der Wettanbieter leistungsfähig ist und den Gewinn vertragsgemäß auszahlt.
Hinzu kommen mögliche Probleme bei der Rückabwicklung von Zahlungen, bei der Identifizierung des Vertragspartners und bei der grenzüberschreitenden Rechtsdurchsetzung. Sitzt der Anbieter im Ausland oder arbeitet er mit komplexen Unternehmensstrukturen, kann die gerichtliche Durchsetzung von Ansprüchen erheblich erschwert werden.
Die rechtliche Einordnung ist dabei stets vom konkreten Geschäftsmodell, der jeweiligen Erlaubnislage und der Ausgestaltung des Angebots abhängig.
RTL-Reportage beleuchtet das illegale Milliardengeschäft
Für die RTL-Reportage „Die Lottolüge – das illegale Milliardengeschäft“ durften wir einige der rechtlichen Hintergründe solcher Angebote einordnen.
Die Reportage zeigt, welche Strukturen hinter illegalen oder rechtlich problematischen Lotterieangeboten stehen können und weshalb das Thema nicht nur wirtschaftlich, sondern auch rechtlich und gesellschaftlich von erheblicher Bedeutung ist. Im Mittelpunkt steht insbesondere die Frage, wie Verbraucher erkennen können, ob sie tatsächlich an einer erlaubten Lotterie teilnehmen oder lediglich auf das Ergebnis einer Lotterie wetten.
Den vollständigen Beitrag finden Sie hier:
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Rechtliche Beratung bei Verlusten durch illegales Online-Glücksspiel
Wer bei einem möglicherweise unerlaubten Glücksspielanbieter Geld verloren hat, sollte prüfen lassen, ob rechtliche Ansprüche gegen den Anbieter oder beteiligte Zahlungsdienstleister bestehen können.
Unsere Kanzlei berät Verbraucher zu den rechtlichen Möglichkeiten im Zusammenhang mit illegalem Online-Glücksspiel, Lotteriewetten und der Rückforderung von Spielverlusten. Entscheidend ist stets eine Prüfung des konkreten Angebots, des Spielzeitraums, der Erlaubnislage und der geleisteten Zahlungen.
